Ungeschminkt! #002 – Ü50 Model Teil 2

Es geht weiter mit meinem Projekt Ungeschminkt! Als Ü50 Model hat sich meine wunderbare Frau wieder bereit erklärt. Dieses Mal ist es aber ein etwas anderes Foto-Shooting gewesen. Nicht nur, weil es sich um Aktfotografie handelt, sondern weil dieses Motiv bei mir im Kopf schon länger herumschwirrte. Im Gegensatz zu den letzten Fotos, bei denen wir uns durch die Umgebung haben inspirieren lassen, ging es dieses Mal nicht ganz so spontan zu.

Idee und Planung

Die Idee zum Foto war irgendwann einfach in meinem Kopf. Ich weiß nicht mehr genau, wann und wo. Ist aber auch egal. Damit ich das nicht vergesse, habe ich die Idee auf meinem iPad skizziert. Und wie Du unschwer erkennen kannst, gibt es Gründe, warum ich Fotograf geworden bin und kein Maler…

Vor meinem inneren Auge sah ich ganz klar Mo, mit dem Rücken zur Kamera, der Schal weht im Wind, das Sonnenlicht von rechts, freier Himmel (der in s/w dann einen schönen Grauverlauf zur Lichtquelle hin ergibt) und einen einfachen und ruhigen Untergrund, am besten ein Strand mit der Weite des Meeres im Hintergrund. Also eigentlich ein ganz einfaches Setting. Soweit die Theorie…

1. Anlauf

Den Strand zu finden war einfach. Wir sind zur Zeit an der wunderschönen Algarve, da gibt es Strand genug. Durch meine Joggingstrecke kenne ich auch einen Abschnitt, der etwas ruhiger und einfach zu erreichen ist. Außerdem tummeln sich dort tagsüber auch die FKK Liebhaber rum, so sollte es also kein Problem sein, wenn wir dort kurz ein paar Aktfotos schießen.

Da die Sonne von rechts auf meinem Foto kommen soll, musste es also am späten Nachmittag kurz vor Sonnenuntergang sein, da das offene Meer hier nach Süden ausgerichtet ist. Die goldene Stunde, ein wunderbares Licht auch für schwarz-weiß Fotos! So zogen wir eines Spätnachmittags los und machten am Strand gegen 18:00 Uhr ein paar Fotos. Das Setting war denkbar einfach. Doch leider hat es nicht so funktioniert, wie ich das vor meinem inneren Auge gesehen habe.

der Schal wollte einfach nicht fliegen…

Grund Nummer eins: es gab keinen Wind. Der Schal flatterte nicht. Dieser sollte aber ein wichtiger Bestandteil des Ganzen sein.

Grund Nummer zwei: Der Untergrund sah nicht gut aus. Der Abschnitt des Strandes war zu unruhig, viele Fußspuren, hohe Wellen im Hintergrund.

Grund Nummer drei: Der Strand war abschüssig zum Meer hin. Dies hatte zur Folge, dass ich mit der Kamera nicht weit genug nach unten kam und der Horizont damit zu hoch im Foto erschien. Das gefiel mir nicht. Doch leider war in Sichtweite kein anderer Strand verfügbar.

Ich habe zwar ein paar Fotos gemacht, um zu testen, ob die Lichtstimmung und der Himmel passen. Aber mehr ist an dem Tag nicht bei rausgekommen.

2. Anlauf

Dann kam der Tag, an dem es richtig gestürmt hat. Wir waren am Nachmittag am Strand joggen und sind fast weggeflogen. Super! Also fürs Foto, nicht fürs Joggen. Einen neuen Abschnitt am Strand haben wir dann auch gefunden, so dass einem Fotoshooting nichts mehr im Wege stand.

Als wir dann so kurz nach 18:00 Uhr zur besagten Stelle am Strand eingetroffen waren, mussten wir feststellen, dass in unmittelbarer Nähe ein Strandrestaurant existiert, natürlich geöffnet, natürlich mit einer Sonnenterrasse zum Meer hin, natürlich rappel voll. Irgendwie habe ich das tagsüber beim Joggen nicht wahrgenommen. Ok, was nun? Kurze Rücksprache mit meinem Model – Mo gibt grünes Licht. Ich machte erst ein paar Testaufnahmen, um zu sehen, ob auch wirklich alles stimmt, bevor Mo sich ihrer Kleidung entledigt. Alles stimmte. Licht, Wind, Strand – also GO!

Die Posen waren klar, so dass wir in einer knappen Viertelstunde mit dem Fotoshooting fertig waren.

Nachbearbeitung

In der Nachbearbeitung habe ich, wie auch beim letzten Mal, nicht viel gemacht. Ich hatte meine konkrete Vorstellung ja bereits im Kopf. Somit war es einfach und recht schnell umgesetzt. Als digitale Dunkelkammer habe ich wieder CaptureOne eingesetzt, sonst nichts. Denn der Look war für mich bereits im Vorfeld klar: weiche Grauverläufe, ein feines Korn, gut gesättigter Kontrast, aber nicht zu kantig. Gerade die Lichtkante an der rechten Seite von Monikas Körper sollte gut definiert aber weich im Übergang sein. Der restliche Teil hingegen sollte mit weniger Kontrast im Schatten liegen und eine Silhouette bilden.

Tadaaaa

Und hier ist sie. Die Aktaufnahme eines Ü50 Models. Ganz ungeschminkt und wunderschön!

ISO 64 · 1/4000 sek. · Blende 1,8 · 50mm

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